Telemedizin - Virtuelle Ärztebesprechung
04.12.2009
Berlin – Telemedizin vereinfacht die Kommunikation zwischen Hausärzten, Krankenhäusern und Pflegediensten – doch die bisher verfügbaren Lösungen sind wenig flexibel und daher sehr teuer. Eine neue Software lässt sich an unterschiedliche Anwendungen anpassen.
Forscher am Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST haben in Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus Witten eine Software entwickelt, die eine einfache und kostengünstige Abstimmung ermöglicht. „Unser Programm ist modular aufgebaut – es gibt Basisdienste und ergänzend dazu individuelle Fachanwendungen“, erklärt Oliver Koch vom ISST. Für grundlegende Programmfunktionen wie eine Barcodeerkennung nutzen die Wissenschaftler existierende Open-Source-Lösungen. Diese lassen sich leicht an spezifische Fachanwendungen anpassen; der Programmierer muss dazu lediglich einige Parameter verändern.
In Witten findet eine wöchentliche virtuelle „Wundkonferenz“ statt, in der Ärzte mittels der neuen Software problematische Wundheilverläufe vorstellen und Therapiemaßnahmen diskutieren. Über einen Link kann sich der Arzt registrieren und das Programm herunterladen – ein Installationsassistent unterstützt ihn dabei. Nachdem er die Einwilligung des Patienten eingeholt hat, gibt er dessen Daten in eine Maske ein, unter anderem eine Beschreibung der Wunde und Laborbefunde. Anschließend lädt er Fotos der Wunde hoch. Dazu nutzt er einen Barcode, den er zusammen mit der Wunde fotografiert. Der Barcode ordnet die Bilder automatisch der Patientenakte zu. Bei Bedarf kann der Arzt immer wieder aktuelle Fotos hinzufügen. Mit einem Klick können sich die Konferenzteilnehmer die Fotos als Serie anzeigen lassen. Zusätzlich filtert die Software automatisch neue Informationen über den Therapieverlauf heraus. Alle Daten werden zentral auf dem Server im Krankenhaus Witten abgespeichert. Bislang wurden bereits über 300 Fälle in dem virtuellen Netzwerk dokumentiert. Nun wollen die Forscher den Fundus an Basisdiensten erweitern und Anforderungen an neue Dienste evaluieren.
www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/12/virtuelle-aerztebesprechung.jsp
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