Schlaganfall - Bei Frauen zeigt Informationskampagne Wirkung
01.10.2009
Berlin – Kommt es zu einem Schlaganfall, zählt jede Minute bis zu einer Behandlung im Krankenhaus. Mit gezielten Informationen kann erreicht werden, dass Patientinnen bei entsprechenden Symptomen schneller eine Klinik aufsuchen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Charité. Männer hingegen reagieren darauf kaum.
Unmittelbar nach den ersten Symptomen eines Schlaganfalls beginnen im Gehirn Zellen in großer Zahl zu sterben. Werden nicht unverzüglich Gegenmaßnahmen eingeleitet, führt dies zu bleibenden Schäden oder zum Tod. „Der Schlaganfall ist immer ein Notfall“, erklärt Dr. Christian Nolte, Mitautor der Studie an der Berliner Charité. „Eine rasche Behandlung ist daher lebenswichtig.“ Ob und wie effektiv spezielle schriftliche Aufklärung die Zeit vom Symptombeginn bis zum Eintreffen im Krankenhaus verkürzen, untersuchte der Neurologe gemeinsam mit Prof. Dr. Jaqueline Müller-Nordhorn. Dafür erhielten rund 75.000 zufällig ausgewählte Berliner im Alter von über 50 Jahren Informationsmaterial über den Schlaganfall zugestellt. Dieses enthielt den ausdrücklichen Hinweis, bei Symptomen sofort den Rettungsdienst zu rufen. Eine vergleichbare Kontrollgruppe erhielt keine derartigen Informationen. Zwischen April 2004 und Dezember 2005 registrierten die drei an der Studie beteiligten Berliner Krankenhäuser bei 647 Patienten der Interventionsgruppe und bei 741 Patienten in der Kontrollgruppe einen Schlaganfall. Die Gesundheitsaufklärung erzielte bei den Frauen einen deutlichen Effekt: Aufgeklärte Schlaganfallpatientinnen kamen wesentlich schneller ins Krankenhaus als jene Frauen, die zuvor kein Informationsmaterial erhalten hatten. Die Zeit zwischen dem Einsetzen der Symptome bis zur Einlieferung ins Krankenhaus verkürzte sich bei ihnen um 27 Prozent. Bei den angeschriebenen Männern hingegen zeigte die Intervention keinen Effekt. „Frauen scheinen für schriftliche Informationsvermittlung empfänglicher zu sein als Männer“, schließt Müller-Nordhorn. Frühere Studien zeigten, dass Frauen auch im Allgemeinen besser über Risikofaktoren aufgeklärt sind. Eine Erklärung für den Geschlechterunterschied könne die Studie aber nicht liefern, so die Ärztin. Sie regt an, zukünftige Informationen geschlechterspezifisch zu erarbeiten.
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