DMP - Plädoyer für eine strukturierte Demenzversorgung

01.10.2009

Berlin – Teilnehmer einer Veranstaltung des Zukunftsforums Demenz haben sich dafür ausgesprochen, ein Disease-Management-Programm (DMP) zu schaffen. „Wir kennen die Defizite in der Versorgung Demenzkranker“, sagte Prof. Dr. Ingo Füsgen, Ärztlicher Direktor der Geriatrischen Kliniken Wuppertal.

Auf allen Ebenen des Gesundheitssystemes müsse man die Demenz bewusster angehen: in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation. Es sei dringend nötig, Defizite durch koordiniertes und vernetztes Handeln aller an der Versorgung beteiligten Professionen im Sinne eines DMP abzubauen, so Füsgen.

Erfahrungen aus der Beratung Betroffener schilderte Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Nach wie vor gebe es eine gravierende Unterversorgung. „Auch wenn gute Versorgung nicht von verwaltungstechnischen Vorgaben abhängig sein müsste, sieht die Realität anders aus“, weiß Jansen. „Von daher könnte ein DMP Demenz – oder auch ein Konzept zur Integrierten Versorgung – zur Sicherung einer strukturierten Behandlung ein Instrument sein, das die Versorgung verbessert.“ Dabei müsste ein Behandlungspfad nicht nur die medizinischen Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung umsetzen, sondern auch Aspekte wie das standardmäßige Verweisen an Beratungsstellen, ambulante Dienste oder Angehörigengruppen enthalten. Zugleich warnte Jansen davor, eine neue Bürokratie zu schaffen.

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