Versichertenbefragung - KBV: Mehrheit der Patienten fühlt sich gut versorgt

23.06.2009

Berlin – Die Absicherung im Krankheitsfall wird von 77 Prozent der Versicherten gut oder sehr gut bewertet. Dies ist ein Ergebnis einer Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Neuerungen wie Hausarztmodelle brächten hingegen kaum Verbesserungen.

Die KBV stellt die Umfrage in den Kontext des Wettbewerbsstärkungsgesetzes von 2007. Der seit dem 1. Januar 2009 geltende Gesundheitsfonds mitsamt dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich sowie zunehmend selektive Modelle der ambulanten Versorgung haben das Gesundheitssystem tiefgreifend verändert. KBV-Vorsitzender Dr. Andreas Köhler sieht die Qualität der Versorgung davon weitgehend unbeeinflusst. „77 Prozent der Bürger sprechen von einer guten oder sehr guten Absicherung im Krankheitsfall. Das spricht eindeutig auch für die hohe Qualität der wohnortnahen ambulanten Versorgung“, so Köhler. Dieser Befund sei zudem nicht regional differenziert. Lediglich privat Versicherte sehen sich mit 90 Prozent noch besser abgesichert.

Eine ablehnende Haltung zeigen die Befragten dagegen gegenüber systemischen Veränderungen im Gesundheitswesen. Mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass sich die Absicherung durch gesundheitspolitische Anpassungen verschlechtern, 41 Prozent sehen keine Veränderung. Mittlerweile haben 78 Prozent vom Gesundheitsfonds schon einmal gehört, darunter sind die Skeptiker mit 51 Prozent leicht im Vorteil.

Auch beim Hausarztmodell überwiegt Skepsis

Analog zum Gesundheitsfonds sehen die Befragten in Bezug auf Modelle der hausarztzentrierten Versorgung kaum Verbesserungen. So kennen zwar mittlerweile 71 Prozent der Versicherten so genannte Hausarztmodelle und 31 Prozent nehmen bereits daran teil, jedoch sehen 69 Prozent keinerlei Veränderungen in der medizinischen Versorgung. „Gleich bleibend gering ist mit 13 Prozent die Zahl derer, die eine Verbesserung empfinden. Die Zahl der Befragten, die sich seit ihrer Teilnahme an der hausarztzentrierten Versorgung schlechter versorgt fühlen, stieg sogar von neun auf 14 Prozent“, sagt KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller. „Für Versicherte wird anscheinend gar nicht deutlich, welchen Sinn hausarztzentrierte Versorgungsmodelle haben.“

Die Umfrage wurde durchgeführt von der Forschungsgruppe Wahlen. Im März 2009 wurden über 2.000 Versicherte zwischen 18 und 79 Jahren telefonisch befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ.

www.kbv.de

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