Diabetes - Investition in Prävention und Innovation
25.06.2009
Berlin – Bei Diabetes muss Prävention und Eigenverantwortung an erster Stelle stehen. Erst in zweiter Linie gelte es, die Leistungen der Gesundheitswirtschaft voll zu nutzen. Diese Ansicht vertritt der Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen R. Thumann, auf einer Veranstaltung von BDI-Vitale Gesellschaft.
Unter der Überschrift „Diabetes Typ 2 – Ein gewichtiges gesellschaftliches Problem!“ diskutierten Experten eine chronische Krankheit, die durch immer größere Ausweitung zu einer gesundheitspolitischen Herausforderung ersten Ranges wird.
Thumann mahnt dringenden Handlungsbedarf an. Rund sieben Millionen Menschen mit diagnostiziertem Diabetes leben in Deutschland, vermutet wird eine Dunkelziffer von bis zu zehn Millionen Erkrankten. Bei etwa 90 Prozent der Erkrankungen handelt es sich um einen Typ 2 Diabetes, früher auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet, doch daran leiden heute auch schon Kinder und Jugendliche. Die Ursache ist auf falsche Ernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen und deshalb in großen Teilen selbst zu verantworten. Prävention heiße das Gebot der Stunde. Für die Erkrankten müssten alle innovativen Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, betont Thumann im Vorfeld der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bezüglich der Erstattungsfähigkeit von Langwirksamen Insulinanaloga. Diese waren vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG) so bewertet worden, dass sie keinen Zusatznutzen gegenüber herkömmlichen Humaninsulinen hätten. Gefunden hatten die IQWiG-Wissenschaftler bei der Auswertung der Studien jedoch einen Hinweis auf einen solchen Nutzen. Der Expertenstreit in der Frage mündet in der Entscheidung durch den G-BA, der festlegt ob und ggbf. unter welchen Fallkonstellationen eine Erstattung der modernen Insuline für gesetzlich Krankenversicherte noch möglich ist.
Man dürfe Innovationen nicht nur unter Kostenaspekten sehen, sondern das Beispiel Diabetes illustriere auch den Stellenwert des Themas Gesundheit unter dem Gesichtspunkt Wertschöpfungspotenzial. Dabei geht es sowohl um Werte im humanen wie auch im ökonomischen Sinn. Der BDI-Vizepräsident: „Die Gesundheitswirtschaft unterstützt das Wohlbefinden der Menschen mit ihren Erzeugnissen und Dienstleistungen. Und sichert dabei hochqualifizierte Arbeitsplätze. Sie leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Wertschöpfung der deutschen Volkswirtschaft.“

