Schlaganfall - Besser sehen mit Computerspiel
16.09.2009
Berlin/München – Schlaganfallpatienten leiden oft unter halbseitigem Sehverlust. Zwar könne dieser Schaden nicht „repariert“ werden, ein spielerisches Computertraining helfe aber, das andere Auge besser zu nutzen, so die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).
Die Trainingsmethode für die „homonyme Hemianopsie“ (Halbseitenblindheit) nennt sich Sakkadentraining und wurde von der Universitätsaugenklinik in Tübingen in einer Studie untersucht. Die Patienten, deren Sichtfeld durch den Hirnschaden eingeschränkt ist, lernen dabei mit Hilfe eines Computerspiels, bei dem sie kleine Zahlen auf dem Bildschirm erkennen müssen, das funktionierende Auge schnell in alle Richtungen zu lenken. Diese ruckartigen Bewegungen der Augäpfel führen dazu, dass auch in der blinden Gesichtshälfte Gegenstände erkannt werden können. „Mit unserem Trainingsprogramm lernen die Patienten, ihre Aufmerksamkeit auch auf Dinge zu richten, die sie eigentlich nicht sehen können“, erläutert Prof. Dr. Susanne Trauzettel-Klosinski vom Studienteam in Tübingen. Nachdem Patienten zweimal täglich eine halbe Stunde über einen Zeitraum von sechs Wochen trainiert hatten, zeigten sie deutlich verbesserte Seheigenschaften. „Die Reaktionszeit hat sich deutlich verkürzt und die Betroffenen waren in der Lage, Dinge in der blinden Hälfte des Gesichtsfeldes schneller zu finden“, erläutert Trauzettel-Klosinski. Auch sechs Wochen nach Ende des Trainings seien die Fortschritte noch erkennbar gewesen. Die DGO stellt daher fest, dass die Wirksamkeit des Sakkadentrainings erstmalig wissenschaftlich belegt ist und empfiehlt das „Computerspielen“ für die Rehabilitation.
www.dog.org/presse/PM_09092009_Sakkadentraining.html
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